Samstag, 5. April 2014

Der Ärmel von oben gestrickt.

So, nun also der Versuch einer Erklärung, wie ich die Ärmel von oben einstricke. Versuch deshalb, weil ich so etwas noch nie schriftlich gemacht habe und nach dieser Methode bisher auch nur Jacken für mich gestrickt habe. Ich übernehme also keine Verantwortung für Nervenzusammenbrüche aller Art.

Die Vorüberlegungen
Voraussetzung für einen passenden Ärmel ist ein in Höhe und Breite passendes Armloch, logisch aber ich wollte es mal erwähnen. Ich stricke meine Armlöcher 18 - 19 cm hoch und 8 - 10 cm breit, je nach Muster und Stärke der Wolle.
Sehr wichtig, das Armloch braucht einen glatten Rand , also einen Nahtrand stricken. Das ist die Grundlage, um später einen schönen Anschluss am Armloch zu haben.
Die Maschen für den Ärmel werden unter der Randmasche von vorn nach hinten aufgenommen. Nimmt man aus jeder Randmasche eine Masche für den Ärmel auf, hat man zu viele Maschen auf der Nadel, da eine Masche breiter als hoch ist.
Bsp: Die Maschenprobe sagt 18 Maschen sind 10 cm in der Breite und 24 Reihen sind auch 10 cm in der Höhe.
Da sich die Maschenproben ungefähr im Verhältnis 3:4 bewegen, lässt man beim Aufnehmen der Maschen jede Vierte Randmasche aus.


Es geht los. Seitennähte, so vorhanden und Schulternähte schließen. Auf dem Bild ist die Schulternaht zu sehen, die ich für das Foto auseinander gezogen habe.
Die Aufnahme der Maschen beginnt ca. sechs Maschen vor der Naht, nun eine Rund Maschen aufnehmen.


Die Maschen unter dem Arm, nehme ich nicht aus dem Rand auf, sondern steche direkt in die Maschen. Das vermeidet Löcher und sieht besser aus. Sehr schön auch das Katerhaar auf dem Foto.
Wieder wichtig, schon beim Aufnehmen der Maschen den Faden schön straff halten und auch beim Abstricken darauf achten fest zu stricken, um Löcher zu vermeiden.
Alle Maschen sind auf der Nadel, der Beginn der Reihe ist klar, dort wo ich angefangen habe die Maschen aufzunehmen.
Ich stricke 12 Maschen rechts ( 6 M vor und 6 M nach der Schulternaht ), wenden 13 Maschen links, wenden 14 Maschen rechts, wenden 15 Maschen links, wenden 16 Maschen rechts usw.
Ich stricke tatsächlich einfach hin und zurück, ohne Wickelmaschen oder ähnliches. Bei mir sind da noch nie Löcher entstanden, wenn ich den Faden straff halte. Da ich mit dieser Art Ärmel angefangen habe, als das Internet noch so langsam war, dass man sich keine Anleitungen als Video angeschaut hat, bin ich gar nicht auf die Idee gekommen, dass da Löcher entstehen könnten.
Zwei Drittel des Armlochs stricke ich also pro Reihe immer eine Masche mehr ab.


Je nach Maschenzahl stricke ich dann noch pro Reihe drei oder vier mal , zwei Maschen mehr ab und am Schluss die restlichen sechs Maschen auf einmal, dann ist die Runde geschlossen und der Ärmel kann in Runden gestrickt werden. Ich empfehle einen Maschenmarkierer an der Stelle anzubringen, wo die nicht vorhandene Naht ist, für die Abnahmen am Arm. Da man die Jacke überziehen kann, kann man die Abnahmen am Arm noch während des Strickens bestimmen.


Hier noch einmal eine andere Jacke und auch hier keine Löcher zu sehen.
Ich kann mir vorstellen , bei der nächsten Jacke noch mal genauer Fotos zu machen aber bei Frühlingsjacke Nummer zwei sind leider die Ärmel schon drin.
Ich stricke schon so lange, dass ich nicht nachvollziehen kann ob die Erklärungen verständlich sind aber ich hoffe es natürlich.

Ein schönes Wochenende
Sylvia

Kommentare:

  1. Danke für die Anleitung.
    Ich finde, sie ist sehr klar geschrieben, allerdings habe ich eine ähnliche Methode ja schon ausprobiert und stricke auch schon seit Teenagerzeiten. Bei mir hat es übrigens auch mit einem Knötchenrand funktioniert. Verkürzte Reihen habe ich bisher nur mit Wickelmaschen gekannt, ohne hat es bei mir wirklich schon Löcher gegeben. Ich könnte mir vorstellen, dass es was damit zu tun hat, ob jemand locker oder fest strickt.
    Ein schönes Wochenende wünsche ich dir noch!
    LG
    Susanne

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Vielen Dank für die Rückmeldung. Ich denke das Ausprobieren bleibt einem nicht erspart, eben weil alle anders stricken.

      Löschen
  2. Vielen Dank für die Anleitung. Ich denke, damit komme ich klar.

    Herzlichst

    Elke

    AntwortenLöschen
  3. Du bist ein Schatz, vielen Dank für deine Erklärung.
    Für mich hört sich das sehr nachvollziehbar an, das werde ich auf jeden Fall bei meinen nächsten Ärmeln ausbrobieren. Ich stricke eher locker, mal sehen, ob ich das ohne Löcher hinbekomme. Die öddeligen Wickelmaschen würde ich gerne vermeiden, deshalb kling deine Methode wirklich sehr verlockend.

    LG, Zelda

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich stricke ja auch locker und nehme immer dünnere Nadeln oder wie bei den Ärmeln schön Faden straff halten.

      Löschen
  4. Klingt erst mal sehr nachvollziehbar und wird ausprobiert. Ich stricke bei verkürzten Reihen die Wendemaschen mit Umschlag, das ist total unkompliziert und fast nicht zu sehen.
    Einen schönen Sonntag wünscht Malou

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Mit Umschlag, das kannst du mir eventuell mal zeigen, das kann ich mir gerade nicht vorstellen.

      Löschen
    2. Umschlag ist eigentlich das, was ich auch gemeint habe nicht Wickelmasche. Man nimmt einfach nach dem Wenden vor Beginn der nächsten Reihe einen Umschlag auf die Nadel. Dieser Umschlag wird dann am Ende der Rückreihe mit der folgenden Masche (die man dann aus dem Rand abstrickt) zusammengestrickt.

      Löschen
    3. Aha, das verstehe ich, vielleicht probiere ich das einfach mal aus.

      Löschen
  5. Sehr schön, DANKE.
    das schaue ich mir in Ruhe mal an ... habe schon etwas mit der Technik geliebäugelt.
    viele Grüsse!

    AntwortenLöschen
  6. Dankeschön, das klingt gar nicht so kompliziert. Mal sehen, ob ich das hinkriege beim nächsten Jäckchen.
    LG Susanne

    AntwortenLöschen
  7. besten dank für die ausführliche anleitung :-) !

    lg anja

    AntwortenLöschen
  8. Herzlichen Dank, liebe Sylvia!
    Wenn ich Dich also richtig verstanden habe, formst Du mit den verkürzten Reihen quasi die Armkugel aus? Das sollte ich hinkriegen und wird bei Gelegenheit auf jeden Fall ausprobiert.

    LG
    Claudia

    AntwortenLöschen
  9. Ah, danke für die Anleitung! Das klingt ja machbar. Ich war irgendwie davon ausgegangen, dass die Maschen aus dem Armloch nach und nach aufgenommen werden, und habe mich gefragt wie das wohl gleichmäßig wird. Aber so klingt das logisch! Beim nächsten Jäckchen wird das ausprobiert!
    Liebe Grüße von Marinellas World

    AntwortenLöschen
  10. Ah, danke für die Anleitung! Das klingt ja machbar. Ich war irgendwie davon ausgegangen, dass die Maschen aus dem Armloch nach und nach aufgenommen werden, und habe mich gefragt wie das wohl gleichmäßig wird. Aber so klingt das logisch! Beim nächsten Jäckchen wird das ausprobiert!
    Liebe Grüße von Marinellas World

    AntwortenLöschen
  11. Vielen Dank! Endlich habe ich diese Technik begriffen. Ich hab schon diverse Anleitungen gelesen und Videos geschaut, hab es aber ums Verrecken nicht kapiert. Jetzt hat es KLICK gemacht.

    AntwortenLöschen
  12. Es gibt ja einige Anleitungen dazu im Netz. Alle arbeiten mit verkürzten Reihen und erklären diese zum 1000 Mal. Nirgendwo ein Hinweis, wieviel Maschen man aufnehmen soll oder wie man dies errechnet und auch nichts dazu, ob ich bis zum Schluss immer eine Masche mehr dazunehme oder doch mehr.
    Deshalb freue ich mich, auf diese Beschreibung gestoßen zu sein und werde es mit der Wolle, die ich gerade aufribble, mal ausprobieren.
    Danke, danke, danke!

    AntwortenLöschen
  13. Danke für die Anleitung, ich hoffe, dass ich nun die Jacke für meine Tochter fertig bekomme

    AntwortenLöschen